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Angeln in Deutschland

Häufige Fragen zum Angeln und zum Angelschein

Angelkarte, Abgabe, Zurücksetzen: kurze Antworten, mit Gesetz und Quelle.

Geprüft am 07.10.2026

Häufige Fragen zum Angelschein

Was ist der Unterschied zwischen Fischereischein und Angelkarte?

Der Fischereischein ist ein persönlicher, staatlicher Nachweis: Sie dürfen grundsätzlich angeln. Die Angelkarte – amtlich Erlaubnisschein – erlaubt das Angeln an einem bestimmten Gewässer und kommt vom Fischereiberechtigten, etwa einem Verein. In allen Ländern brauchen Sie beides, in Niedersachsen und beim Friedfischangeln in Brandenburg zumindest die Angelkarte.

Was ist die Fischereiabgabe?

Eine Landesabgabe für Anglerinnen und Angler, die der Fischerei und den Gewässern im Land zugutekommt. Sie wird für ein Jahr oder mehrere Jahre bezahlt. Beispiele: Baden-Württemberg 12 € pro Jahr, Brandenburg 12 € pro Jahr oder 40 € für fünf Jahre, Hamburg 10 €. Die Beträge ändern sich; bitte bei der zuständigen Stelle prüfen.

Darf ich mit meinem Fischereischein in einem anderen Bundesland angeln?

In der Regel ja: Ein gültiger Schein des Wohnsitzlandes wird von den anderen Ländern anerkannt. Prüfen Sie aber, ob dort eine eigene Fischereiabgabe fällig ist – Schleswig-Holstein verlangt sie zum Beispiel immer. Urlauber- und Touristenscheine gelten dagegen nur im Land, das sie ausgestellt hat.

Ist Catch & Release in Deutschland verboten?

Ein ausdrückliches bundesweites Verbot steht nicht im Gesetz. Nach § 17 Tierschutzgesetz darf ein Wirbeltier aber nur mit „vernünftigem Grund“ getötet werden, und erhebliche Leiden sind strafbar. Behörden lesen das meist so: Angeln dient der Verwertung des Fangs. Fische nur zum Fotografieren zu fangen und zurückzusetzen gilt als unzulässig. Untermaßige oder geschonte Fische müssen dagegen sofort schonend zurück ins Wasser.

Wo stehen Schonzeiten und Mindestmaße?

In der Fischereiverordnung des jeweiligen Landes. Sie legt fest, wann eine Art nicht gefangen werden darf und ab welcher Länge sie entnommen werden darf. Vereine dürfen in ihrer Gewässerordnung strengere Regeln setzen – diese stehen auf der Angelkarte.

Darf ich in der Ostsee Dorsch angeln?

2026 nicht: Nach EU-Recht ist die Freizeitfischerei auf Dorsch in der Ostsee ganzjährig verboten. Wilder Lachs ist ebenfalls tabu; von besetzten Lachsen mit entfernter Fettflosse darf ein Fisch pro Tag entnommen werden. Die Regeln werden jährlich neu festgesetzt.

Was passiert, wenn ich ohne Erlaubnis angle?

Wer ohne Fischereischein angelt, begeht in den meisten Ländern eine Ordnungswidrigkeit. Wer ohne Erlaubnis des Fischereiberechtigten angelt, kann sich wegen Fischwilderei nach § 293 Strafgesetzbuch strafbar machen.

Ich ziehe um – brauche ich einen neuen Fischereischein?

Meist ja. Viele Länder stellen den Schein nur für Menschen mit Wohnsitz im Land aus. Das Prüfungszeugnis wird in der Regel anerkannt, sodass Sie nur einen neuen Schein beantragen. In Baden-Württemberg gilt der alte Schein noch bis Ende des folgenden Jahres.

Angler als Silhouette auf einer Buhne am Rhein bei Monheim im Abendrot
Rhein bei Monheim, Nordrhein-WestfalenFoto: Arcticbear1, CC BY-SA 4.0